Träume - Bilder unserer Zeit

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Stufenweises Erwachen - 12.3.2004

Vor lauter samstagnachmittäglichem Nichtstun auf der Couch beim Hörbuchhören eingenickt. Eine Weile später beschlossen, aufzustehen, doch die Kraft dazu nicht aufgebracht.

Tief Luft geholt, mich aufgerafft, es nochmals versucht. Doch keinen Boden unter den Füssen gespürt und realisiert: ich liege noch immer.

Nächster Versuch: Decke weggeworfen, Beine auf den Boden gestellt, bis ich ihn spürte, langsam das Gewicht darauf verlagert, aufgestanden. Dabei einen Blick in die spiegelnde Fensterscheibe geworfen und festgestellt: noch immer liege ich, noch immer liegt die Decke über mir.

Also nochmals. Decke weg, Beine auf den Boden gestellt, diesmal ganz deutlich dessen Kühle gespürt, aufgestanden, mich gestreckt, ausgiebig, gegähnt - Blick in die Fensterscheibe, noch immer liege ich, unverändert zugedeckt.

Nochmals und nochmals aufgestanden. Auch einige Schritte gemacht, zur Wohnungstür gelaufen, den kantigen Schlüssel, die kühle Tischplatte unter meinen Fingern gespürt - Blick in die Fensterscheibe: noch immer liege ich zugedeckt und schlafe.

Aufgestanden, zur Wohnungstür gelaufen, den Schlüssel gedreht, festgestellt, dass nicht abgeschlossen ist. Dies nachgeholt und mich zur Couch umgedreht- Blick in die Fensterscheibe: noch immer liege ich zugedeckt, habe mich nicht einmal gerührt.

Erst mit dem Piepsen des Gutenacht-Weckers es geschafft, aufgestanden, natürlich ist abgeschlossen, einen Schluck Eistee genommen und die Treppe hinaufgestiegen, die Zähne geputzt. Mich dabei gefragt, was mich so sicher macht, dass ich diesmal real erwacht bin. Nach unten gegangen, zur Couch, mich darauf liegen gesehen, unverändert.

Darüber nachgesinnt, wie ein Mensch eindeutig beurteilen kann, ob er wacht oder schläft: die Härte und Kühle des Fussbodens unter den Sohlen? Der Geschmack des Eistees im Mund? Das leichte Schwindelgefühl beim erklimmen der Wendeltreppe? Die Schärfe der Zahnpasta? Die Gewissheit, sich selbst nicht mehr schlafen zu sehen?

Müde innerlich abgewinkt, mich weiter schlafen lassen.


 

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