Träume - Bilder unserer Zeit

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Gebärklinik - 12.7.2000

Ich bin auf dem Weg zur Gebärklinik, per Tram und zu Fuss, habe unterwegs mehrere Wehen, die 33. vor dem Eingang, wo ich mich am Fensterbrett neben der Tür festhalte. Als sie abgeklungen ist, trete ich ein und bitte um Aufnahme, aber man hat kaum Zeit für mich, weil da eine Patientin ist, die kurz vor ihrer ersten Wehe steht und dringend Betreuung benötigt.

Tatsächlich steht eine Handvoll Pflegerinnen und Pfleger neben einem Bett, die einen halten einer Dame in hellgelbem Spitzennachthemd und aufgelöstem, dunklem, langem Haar die Hand, andere tupfen ihr kühle Tücher auf die Stirn oder reden ihr gut zu. Ich bleibe abwartend im Aufnahmeraum, stelle mich neben ein Bett, habe schon meine nächste, die 34. Wehe und merke, jetzt geht's los, lasse mich darauf ein, presse, spüre, wie die Fruchtblase kommt, und viel Wasser und Blut, und dann der Kopf des Kindes, halte mich am Bettrand fest und kauere mich teilweise hin, das Kind, dass ihm nur nichts geschieht...

Da kommt es, ich sinke in die Knie und es fällt einigermassen sanft auf die Bescherung am Boden. Noch immer interessiert sich kein Mensch für mich, für uns. Ich atme einmal tief durch, nehme das Kind auf und teile einer Schwester mit, dass es da was zum Putzen gäbe, und sie macht sich mechanisch ans Putzen, ohne einen Blick von der Frau zu werfen, die wirklich Hilfe benötigt. Ich gehe zum Klo, beginne das Kind und mich zu waschen, noch immer habe ich mein weites Kleid an, mit dem ich gekommen bin. Nur hat es jetzt ein paar Flecken bekommen. Ich hebe es zum Waschen bloss hoch, jemand fragt mich noch, ob ich allein zurechtkomme, doch bevor ich antworten kann, ist die Person schon weg. Eine rhetorische Frage. Jetzt müsste ich das Kind an Haut nehmen, denke ich, es ist das beste für das Kind, aber wie soll ich das Kleid ausziehen, mit dem Kind in den Händen, diesem kleinen, warmen, schreienden, aber immer noch klebrigen Ding, und da ist ja noch die Nabelschnur, die müsste man durchschneiden.

Ich gehe hinaus ins Aufnahmezimmer und bitte, ob mir jemand die Nabelschnur durchschneiden könne, doch die sind alle so furchtbar beschäftigt, ob ich nicht ein bisschen Geduld haben könne, die Patientin da, sie stehe ganz, ganz kurz vor ihrer ersten Wehe, die bräuche Betreuung etc. Jemand reicht mir eine alte, teilweise verrostete Schere und ich schneide zaghaft und auf dem glitschigen, zähen Strang immer wieder ausrutschend, die Sache durch. "Naja, allzu schön ist es nicht geraten, denke ich, aber Hauptsache, es ist getan.

Geburt Variante III - 9.3.2004

Die Dritte Variante Geburtstraum:
Nach einer unbeschreiblich unkomplizierten Schwangerschaft bin ich noch am Geburtstermin unsicher, ob ich überhaupt schwanger bin, "ach nein, ich mein es nur."
Die Niederkunft selbst ist extrem leicht und braucht keine Hilfe. Mehr mechanisch als unter den vielbeschriebenen Schmerzen nehme ich das Baby entgegen, lege es an die Brust, es schreit kaum, ist ganz mager für einen Säugling, und natürlich runzelig und verschorft. Erst an der Brust schaue ich nach: ist es ein Mädchen oder ein Junge? Ein Junge sehe ich, und teile es dem Vater per e-Mail (!!!) mit - übrigens nicht nur im Traum, sondern nach einiger Überwindung auch real, und der reagiert ganz amüsiert.


 

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